Zur Geschichte der Hansaschule


Heute ist die Hansaschule eine helle, freundliche Schule mit ausreichend Platz und schönen Ecken – und was  noch nicht ist, wird gerade.


Das war nicht immer so.


Bis etwa 1960 wurden Menschen mit Lern- und Entwicklungsschwierigkeiten gar nicht beschult. Dann entstand die „Hilfsschule“, aus der auf Beschluss der Kultusministerkonferenz der Bundesrepublik Deutschland 1961 die „Schule für Lernbehinderte“, die „Schule für Verhaltensgestörte“ und die „Schule für Geistigbehinderte „ hervorgegangen sind.


In Gelsenkirchen begann der erste Unterricht an einer Schule für Geistigbehinderte erst im September 1970 in Räumen der Hauptschule am Hagemannshof. Schulleiter war der für die Schule für Lernbehinderte ausgebildete Herr Fischer – das Leitmotiv der neuen Schule ein Zitat von Peter Rosegger: „ Lasset keinen zurück auf dem Weg zum Licht.“ Dieser Spruch hing als metergroßes Holzrelief bis zum Umzug an unseren jetzigen Standort im Eingangsbereich der Schule für Geistigbehinderte an der Schemannstraße in GE – Rotthausen. Sonderschullehrer gab es in dieser Schulform zu dieser Zeit – bis auf den „fachfremden“ Schulleiter – keine. Den Aufbau leisteten vor allem Erzieherinnen aus Kindergärten und Heimpfleger, die später auch mit einer Zusatzausbildung bedacht wurden. Erst am 24.5.1971 zog die Schule in ein eigenes Gebäude an der Schemannstraße in Rotthausen ein.



Man war glücklich mit einem Behelf in einem alten Grundschulgebäude aus dem Jahr 1898. Hier wurde je einer von 2 Klassenräumen einfach mit einer Leichtbauwand geteilt - und fertig waren 4 Klassenräume für die Mittel- und Oberstufen der Schule für Geistigbehinderte. Gruppenräume zur Differenzierung gab es nicht. Zwei Lehrer und zeitweise 13 Schüler pro Klasse verbrachten den Schultag auf kargen und oft nervenden 25 Quadratmetern. Allerdings hatten die beiden Unterstufen die volle Raumgröße einer Grundschulklasse aus dem vor-vorigen Jahrhundert zur Verfügung. Sonst gab es neben den Funktionsräumen noch einen Werkraum, einen Gymnastikraum und einen Gemeinschaftsraum, in dem die etwa 60 Schüler sich treffen und essen konnten.


Der Unmut der Eltern und Lehrer über diese Verhältnisse nahm ständig zu und wurde von einer starken Elternvertretung gegenüber dem Schulträger auch hartnäckig artikuliert. Der reagierte, als die Kritik nicht mehr übergangen werden konnte, mit der geplanten Zusammenlegung der Schule Schemannstaße, Rotthausen, mit der Schule an der Albert-Schweitzer-Straße (damals noch Heinrichstraße) in Buer an deren Standort. Gegen diese zunächst als unabwendbare Entscheidung propagierte Planung des Schulträgers erhoben die Eltern – vor allem vertreten durch Frau Hautkappe – Widerspruch, der bis vor das Oberverwaltungsgericht in Münster führte.


Die Eltern bekamen mit ihrer Einschätzung der Lage Recht. Die Stadt sah sich gezwungen, den zweiten Standort einer Schule für Geistigbehinderte im Süden der Stadt zu erhalten und endlich angemessene Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Ab diesem Zeitpunkt zeigten sich die zuständigen Stellen der Stadtverwaltung sehr zugänglich und kooperativ.


Die angebotene Lösung im Gebäude an der Hansastraße war zwar weit von den gesetzlich festgelegten Raumplänen für eine Schule für Geistigbehinderte entfernt, konnte durch die von der Stadt umgesetzten Vorschläge des Kollegiums aber so gestaltet werden, dass der Schulbetrieb mit um die 60 Schüler in 6 Klassen in hellen und angemessenen Klassenräumen möglich wurde. Zu dieser Zeit waren etwa 15 Sonderschullehrer bzw. Fachlehrer plus Schulleitung dabei.


Wir zogen mit Beginn des Schuljahres1997/98 in das teilweise für uns renovierte und angepasste Gebäude an der Hansastraße ein. Aus dieser Zeit stammen die Bilder an der Wand des Treppenaufganges zum Obergeschoss: Jede der damaligen Klassen gestaltete mit Frau Thomm, einer Kunstlehrerin, je ein Bild in der Farbe ihrer Klassentür.


So begannen wir, nach und nach das Haus zu unserer Schule zu machen. Der Innenhof war noch eine Lehm- und Unkrautwüste, das Obergeschoss war weitgehend von einer Außenstelle der Hauptschule Emmastraße, das Untergeschoss von einem Sportverein belegt. Das hat sich nach und nach geändert.
Heute ist auch in unserem Namen das dokumentiert, was wir schon immer getan haben: Wir haben unsere Schüler gefördert. So sind wir heute die Förderschule Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung „Hansaschule“. Die Schülerzahl ist ständig gestiegen und mit ihr die der Lehrkräfte. Wir haben mittlerweile über  150 Schüler und ca. 40 Lehrkräfte sowie viele FSJler, die die Lehrkräfte unterstützen.  Unterrichtet wird in  Vorstufenklassen,  Unterstufen,  Mittelstufen,  Oberstufen und  Betriebspraxisstufen. Von daher ist die Hansaschule jetzt eine voll ausgebaute Förderschule Schwerpunkt Geistige Entwicklung.