Der Wasserdienst

Für den Wasserdienst an der Hansaschule ist die Berufspraxisstufe verantwortlich. Im Januar und Februar 2013 wurde eine Testphase durchgeführt. Im Anschluss an die Praktikumszeit der Schülerinnen und Schüler der BPS wird der Wasserdienst ab April 2013 wöchentlich durchgeführt.

Neben den im Folgenden aufgeführten Zielen und Aufgaben im Hinblick auf die durchführenden Schülerinnen und Schüler, steht auch eine Bereicherung des alltäglichen Schullebens im Mittelpunkt.

Jede Klasse der Hansaschule hat die Möglichkeit, Kisten mit verschiedenen Sorten Wasser zu bestellen. Die Wasserkisten werden zum Einkaufspreis verkauft. Diese werden von unserem Kooperationspartner Trinkgut Gegek geliefert, durch die BPS angenommen, gelagert, verteilt und wieder eingesammelt.


1 Leitung

Herr Stockhorst


2 Grundgedanken

- Bedeutung für die Hansaschule:

  • Gesundheitsaspekt: alle Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, im Laufe des Schultages ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Außerdem kann das Wasser dabei die vielfach mitgebrachten Süßgetränke ersetzen.

  • Ökonomische Aspekte: durch die Zentralisierung des Getränkeeinkaufs kann sowohl eine finanzielle Entlastung als auch eine Verringerung des Arbeitsaufwandes erreicht werden.

- Bedeutung für die Schülerinnen und Schüler der BPS:

  • Das Verantwortungsgefühl, dass mit der Versorgung der gesamten Schule mit Wasser einhergeht, ist ein wichtiger Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung und Reifung der (jung) erwachsenen Schülerinnen und Schüler.

  • Der Ablauf der einzelnen Arbeitsschritte vermittelt den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in einen typischen Warenkreislauf und kann somit zu einem Verständnis bzw. einem Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen führen.

  • Der übersichtliche Arbeitsprozess liefert zahlreiche Möglichkeiten zur Differenzierung: Vom Kisten tragen zur Buchhaltung oder Telefongesprächen mit dem Lieferanten

  • Die Arbeit im Lager eines Getränkemarktes ist auch für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung ein denkbares Arbeitsfeld – der Kontakt mit dem Kooperationspartner kann auf beiden Seiten zur Entwicklung eines Interesses an Praktika oder Beschäftigungsverhältnissen nach der Schulzeit führen.

  • Ähnliches Aufgabengebiet auch in den WfbMs möglich, sei es nur für den eigenen Arbeitsbereich oder zentral von der Cafeteria aus

Somit stellt der Wasserdienst einen wichtigen Beitrag zur Berufsorientierung und -vorbereitung für die Schülerinnen und Schüler dar.


3 Ziele

3.1 projektorientierte Ziele

Die Schülerinnen und Schüler...

  • lernen zunächst den Ablauf des Arbeitsprozesses kennen:

1. Bestellungen der Klassen

2. Gesamtbestellung beim Lieferanten

3. Annahme der Lieferung

4. Lagerung

5. Verteilung Vollgut, Kasse, Einsammeln des Leergutes

6. Buchhaltung

  • vertiefen ihre Kenntnisse der einzelnen Arbeitsschritte und übernehmen im Rahmen ihrer individuellen Fähigkeiten immer mehr Arbeitsschritte möglichst selbständig

  • lernen den Arbeitsablauf zu antizipieren und zu strukturieren

  • kümmern sich zunehmend selbständig um die benötigten Hilfsmittel:

Bestellscheine, Transportwagen, Kasse+ Wechselgeld, Lagerraum

  • entwickeln ihr Verantwortungsgefühl durch die Aufgabe für die Schulgemeinschaft weiter

  • erhalten Einblick in das Prinzip von Warenkreisläufen

  • lernen Aspekte eines in ähnlicher Form denkbaren Arbeitsfeldes kennen



3.2 Motorische Ziele

Die Schülerinnen und Schüler...

  • verbessern/erproben ihre Kraft und Kraftausdauer durch das Heben, Tragen und Sortieren von Wasserkisten

  • lernen das rückengerechte Heben und Tragen von schweren Gegenständen

  • verbessern dementsprechend die Einschätzung ihrer Kräfte

  • erfahren den Gewichtsunterschied von Wasserkisten mit Plastik- zu Glasflaschen sowie von Vollgut zu Leergut

  • erfahren den Nutzen von Hilfsmitteln bei körperlich anstrengenden Arbeiten

  • üben einen schweren und vollgepackten Transportwagen verantwortungsvoll zu ziehen/schieben und zu lenken



3.3 sozial-kommunikative Ziele

Die Schülerinnen und Schüler...

  • tragen Anliegen des Wasserdienstes verständlich in den Klassen vor

  • üben Umgangsformen im Kundenkontakt ein

  • erfahren Dankbarkeit und Wertschätzung für die eigene Arbeit durch den Kundenkontakt und stärken so ihr Selbstbewusstsein

  • erweitern ihre Selbsteinschätzung im Hinblick auf ihre Berufsorientierung

  • erweitern ihre sozialen Kompetenzen im Umgang mit dem außerschulischen Kooperationspartner

  • üben die Fähigkeit ein, zielgerichtete Telefongespräche (mit fremden Personen) zu führen

  • erproben ihre Kooperationsfähigkeit, indem sie Teilaufgaben in Kleingruppen übernehmen und verteilen sowie Hilfebedarf erkennen und diesem nachkommen

  • erweitern ihre Motivation durch die Arbeitssituation



3.4 Anwendungsbezogene Kulturtechniken

Die Schülerinnen und Schüler...

3.4.1 Deutsch

  • erlesen die strukturierten Informationen der Bestellscheine (auch im Sinne des erweiterten Lese- und Schreibbegriffs)

  • übertragen diese wesentlichen Informationen in eigene Listen

  • erproben ihre Fähigkeit, unbekannte Texte sinnentnehmend zu lesen durch die Spalte „Anmerkungen“

  • unterscheiden zwischen verschiedenen Wassermarken und -sorten

  • üben den mündlichen Sprachgebrauch bei der Auslieferung und Einsammlung


3.4.2 Mathematik

  • zählen die Anzahl der Kisten ab und erkennen die Zahlen auf den Bestellscheinen

  • ergänzen die einzelnen Bestellungen zu einer Gesamtbestellung

  • errechnen immer selbständiger die zu zahlenden Summen der Klassen, kassieren und geben Wechselgeld heraus

  • üben das Ausfüllen einfacher Buchhaltung ein

  • erweitern ihr mathematisches Mengenverständnis indem sie die Vollständigkeit von Kisten kontrollieren und Einzelflaschen entsprechend sortieren

  • lernen grundlegende Schriftstücke des Finanzverkehrs kennen: Überweisungsträger, Rechnungen, Quittungen u.ä.


4 Zielgruppe

Die Auslieferung und das Einsammeln von Voll- und Leergut wird von wechselnden Gruppen von Schülerinnen und Schülern der Berufspraxisstufe übernommen. Der Bereich der Buchhaltung wird von den Schülerinnen und Schülern betreut, die durch das Schülercafé bereits Erfahrungen mit Kassen und Buchhaltung gesammelt haben.

Weitergehende Aufgaben wie der telefonische Kontakt mit fremden Personen und der Umgang mit Mitteln des Finanzwesens richten sich an Schülerinnen und Schüler, bei denen es realistisch erscheint, dass ähnliche Tätigkeiten in ihrem Leben als Erwachsene selbständig erledigen können.



5 Aufgaben der Schülerinnen und Schüler

5.1 Bestellungen der Klassen

  • Bestellscheine austeilen und einsammeln

  • Informationen übertragen bzw. dafür sorgen, dass Mitschülerinnen, Mitschüler oder Lehrpersonen dies erledigen

  • zu zahlende Beträge der Klassen ausrechnen


5.2 Gesamtbestellung beim Lieferanten

  • erforderliche Gesamtzahl von Kisten verschiedener Marken und Sorten errechnen

  • mit Lagerbestand abgleichen

  • Bestellung telefonisch aufgeben


5.3 Annahme der Lieferung und Lagerung

  • Vollgut in das Lager transportieren

  • Leergut zum Lieferantenfahrzeug transportieren

  • Lieferschein entgegennehmen und abgleichen

  • Kisten nach Marken und Sorten sortieren

  • Leergut zwischenlagern


5.4 Verteilung Vollgut, Kasse, Einsammeln des Leergutes

  • passende Kisten mit dem Transportwagen zu den entsprechenden Klassen bringen

  • die Wasserlieferung in den Klassen anmelden

  • Leergut abfragen, kontrollieren und einsammeln

  • zu zahlenden Preis errechnen, kassieren und Wechselgeld passend herausgeben


5.5 Buchhaltung

  • Bestellscheine, Lieferscheine und Rechnungen abheften und verwalten

  • Zahlungen kontrollieren

  • Buchhaltung und Kassenstand abgleichen

  • Ausgaben und Einnahmen mit Hilfe von Excel festhalten


6 Diagnostik

  • Hilfestellung und Leitung durch die Lehrperson soll stufenweise abgebaut werden um eine diagnostisch-beurteilende Position zu ermöglichen

  • besonderes Augenmerk soll darauf liegen, welche Schülerinnen und Schüler welche Aufgaben tatsächlich selbständig erledigen können und welche Schülerinnen und Schüler auch in der Lage sind, Arbeitsabläufe zu antizipieren, Aufgaben zu delegieren und Verantwortung zu übernehmen

  • so sollen alle Schülerinnen und Schüler stufenweise an das selbständig mögliche Aufgabenniveau herangeführt werden

  • der für Arbeitsgruppen der BPS übliche Beobachtungs- und Evaluationsbogen wird am Ende der jeweiligen Projektgruppe durchgeführt


7 Fachliche Unterstützung bzw. Kooperationspartner

- Getränkemarkt Trinkgut Gegek