Definition

Tiere, besonders Hunde, werden immer häufiger in der Schule eingesetzt, um mit den Schülern zu arbeiten.
In Deutschland gibt es noch keine einheitlichen Standards und Definitionen zu dieser Thematik.
In der Regel wird unterschieden zwischen Servicehund, Besuchshund und Therapiehund.
Der Servicehund lebt bei dem alleinigen Nutznießer und dient diesem zu einem bestimmten Zweck (z.B. Blindenhund, Rollstuhlbegleithund, Epilepsiehund etc.).
Der Besuchshund und der Therapiehund dagegen leben bei ihrem Einsatzpartner. Mit diesem zusammen gehen sie zu verschiedenen „Klienten“ und arbeiten mit diesen.
Der Besuchshund besucht mit seinem Hundeführer zusammen verschiedene Einrichtungen (z.B. verschiedene Grundschulklassen) und führt Projekte zum Thema „Hund“ durch.
Der Therapiehund arbeitet mit seinem Hundeführer in einer (oder mehreren) festen Einrichtung mit den dort befindlichen Klienten.

Der Hund arbeitet immer fest mit seinem Führer zusammen. Sie bilden zusammen ein Therapiehundteam.

Der Begriff „Therapiehund“ bedeutet nicht, dass die Klienten im klassischen Sinne therapiert werden. Nur wenn der Therapiehundführer ein ausgebildeter Therapeut ist, spricht man auch von „Tiergestützter Therapie“. Wenn der Führer des Hundes ein ausgebildeter Pädagoge ist, spricht man von „Tiergestützter Pädagogik“.

Ein Therapiehund, der in der Schule arbeitet, wird oft auch „Schulhund“ genann
t.

  

Vorraussetzungen

Um in der Schule arbeiten zu dürfen, müssen verschiedenste Vorraussetzungen erfüllt werden. So muss der Hund natürlich ein vom Tierarzt ausgestelltes Gesundheitszeugnis haben, er muss regelmäßig geimpft werden und regelmäßige Vorsorge gegen Flöhe, Zecken  und Würmer bekommen.

Der Hund muss einen Wesenstest bestanden haben und entsprechend freundlich, ohne jegliche Aggression sein. Der Hund muss die Begleithundprüfung bestanden haben.

Der Hund muss eine entsprechende Ausbildung zum Therapiehund gemacht haben.

Der Einsatz des Hundes muss von der Schulleitung, der Lehrerkonferenz und der Schulkonferenz genehmigt werden.

Der Hund wird während der gesamten Anwesenheit in der Schule beaufsichtigt!

Selbstverständlich muss der Einsatz des Hundes immer mit dem Tierschutz vereinbar sein.  Wir orientieren uns an den "Prager IAHAIO Richtlinien zum Einsatz von Tieren bei tiergestützter Aktivität und Therapien".

  

Einsatzformen

Es gibt verschiedene Arten der Einsatzformen:
(Definition von St. Holtstiege, „social dogs“-Therapiehundausbildung)

Aktiv/ unmittelbar (der Hund wird in die Arbeit eingebunden; z.B. bürsten, streicheln, spielen, gemeinsame Aktionen)
Passiv/ mittelbar (Hund ist anwesend, dienst erstmal als Beobachtungsobjekt/ Gesprächsanlass; z.B. Hundetasche auspacken, Wasasernapf füllen etc.)
Verstärker (Hund als Belohnung)
Objekt der Metaebene (der Hund ist passiv oder auch gar nicht anwesend; es wird zum Thema Hund gearbeitet; z.B. Hundememory, Hundekekse backen etc.)

Welche Einsatzform zum Einsatz kommt, entscheidet der Hundeführer je nach Situation/ Schüler. Der Hundeführer sollte sich im Vorfeld überlegen, welche Ziele er kurz, mittel- und langfristig für den / die Schüler hat und den Unterricht/ die Einheiten entsprechend planen.

  

Ziele

Es gibt zwei Arten von Zielen bei der Arbeit mit Schulhunden:

1. theoretische und praktische Wissensvermittlung über den Umgang mit Hunden
2. soziales Lernen mit Hunden

Zu Punkt eins gehören z.B.:

• Biologisches rund um den Hund
• Hunderassen
• Körpersprache des Hundes
• Richtiger Umgang mit Hunden
• Wissen über Hundehaltung
• etc.

Zu Punkt zwei gehören z.B.

• Gegenseitige Rücksichtnahme
• Eisbrecher-Funktion
• Vertrauen aufbauen
• Förderung der Gesprächsbereitschaft
• Förderung der Selbständigkeit
• Abbau von Ängsten
• Steigerung des Selbstwertgefühls
• Konzentrationsförderung
• Förderung der Grob und Feinmotorik und viele weitere