Konzept der Berufspraxisstufe


1. Grundlegende Aufgaben der Berufspraxisstufe
Die Berufspraxisstufe versteht sich als Brücke zwischen Schule und Arbeitswelt. Auf dieser Stufe wird den Schülerinnen/Schülern die Möglichkeit eröffnet, möglichst praxisnahe Erfah-rungen im Berufsleben zu sammeln und dadurch Berufsorientierung zu gewinnen.
So übernimmt die Berufspraxisstufe die Aufgaben:
- durch spezielle Angebote die Schülerinnen/Schüler auf selbstverständliche Teilhabe am Leben in der Gesellschaft vorzubereiten.
- die Schülerinnen/Schüler durch berufsorientierende Maßnahmen und Vermittlung von berufsrelevanten Schlüsselkompetenzen auf Arbeit und Beruf einzustellen.
- Das Arbeiten in „echten“ Situationen (Lernvorhaben mit Ernstcharakter), das den Be-dürfnissen und Interessen der Schülerinnen und Schüler entspricht.
- einen individuellen Berufswegeplan zusammen mit jeder Schülerin/jedem Schüler zu entwickeln
- den individuellen Lern- und Förderbedarf durch Erstellen einer Potentialanalyse im Hinblick auf die zukünftige Berufswelt der Jugendlichen möglichst präzise zu erfas-sen.
- die Schülerinnen/Schüler individuell dafür zu qualifizieren, in dem für sie möglichen Rahmen ihr Leben und ihr Handeln selbstbestimmt, eigenverantwortlich und mit Würde zu meistern.
- Ein Bildungsangebot zur Erkundung und Erprobung von außerschulischen Lebensbe-reichen (Wohnen, Freizeit, Partnerschaft und Öffentlichkeit) bereit zu stellen.

2. Berufliche Perspektiven der Schülerinnen/Schüler
Bisher lag der Schwerpunkt der berufsvorbereitenden Maßnahmen schwerpunktmäßig auf der Vorbereitung der Schülerinnen/Schüler für die Arbeit in der Werkstatt für behinderte Men-schen. Durch das Gesetz zur Einführung Unterstützer Beschäftigung (2008) ist die betriebli-che Qualifizierung als neues trägereinheitliches Produkt in die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nach § 33 SGB IX einbezogen worden. Damit soll mehr Menschen mit Behinde-rung die Möglichkeit eröffnet werden, ihren Lebensunterhalt außerhalb von Werkstätten für behinderte Menschen erarbeiten zu können. In der Berufspraxisstufe finden sich in wachsen-der Zahl Schülerinnen/Schüler, die über das erforderliche Potenzial verfügen, unterstützte Beschäftigung (mit Arbeitsassistenz) in Dienstleistungs, - Industrie- und Handwerksunter-nehmen zu leisten oder eine Tätigkeit in einem Integrationsunternehmen zu finden. Eine breitgefächerte individuelle Berufsvorbereitung unter Einbeziehung aller für die Schülerin-nen/Schüler möglichen beruflichen Perspektiven ist daher notwendig.
2.1 Der Berufswegeplan
Im Berufswegeplan dokumentiert Verlauf und Ergebnisse der Berufsvorbereitung der einzel-nen Schülerinnen/Schüler und macht einen Informationsaustausch aller am Berufswahlprozess Beteiligten möglich. Im Einzelnen gibt er Auskunft über
- Alltagskompetenzen und berufliche und soziale Schlüsselqualifikationen über die die Schülerinnen/Schüler verfügen.
- besondere Interessen für bestimmte Berufsfelder und Tätigkeiten.
- einzelne berufsvorbereitende Maßnahmen, wie Potentialanalyse und Gruppentraining sozialer Kompetenzen.
- Tätigkeiten während der Praktika.
- Notwendige Unterstützungsmaßnahmen für die Schülerinnen/Schüler
2.2 Die Berufswegeplanbox
In der Berufswegeplanbox dokumentieren die Schülerinnen/Schüler ihre eigenen Aktivitäten und Ergebnisse während des Berufswahlprozesses. Um dieses komplexe Thema den Schüle-rinnen/Schüler näher zu bringen, beinhaltet die Berufswegeplanbox unterschiedliche und sehr anschauliche Materialien zum Thema Berufsvorbereitung.
Mein Profil: So bin ich. Das mache ich gerne in meiner Freizeit. Das kann ich gut. Die wichtigsten Personen in meinem Leben.
Arbeit, was kenn ich schon? Arbeiten - Das ist mir wichtig. Erstellung einer Berufe-Sammlung. Diese Arbeit möchte ich gerne einmal kennen lernen.
Mein Praktikum: Meine Erwartungen von einem Praktikum. Regeln im Praktikum. Der erste Eindruck zählt (Vorstellung im Praktikumsunternehmen). Meine Praktikumsmappe. So war mein Praktikum
So wünsche ich mir mein Leben: Meine Träume und Wünsche. Meine Ängste und Alp-träume. Das macht mein Leben schön. Das sind meine Ziele

3.Unterrichtliche Angebote der Berufspraxisstufe
3.1 Arbeitslehrebereiche
In sechs verschiedenen Arbeitslehrebereichen werden fachliche Kompetenzen und notwendi-ge personale und soziale Schlüsselqualifikationen (z.B. Motivation, psychische, körperliche und soziale Kompetenzen, Umgangsformen, Zuverlässigkeit, Auffassungsvermögen, Ar-beitsweise, Arbeitsqualität, Umgang mit Arbeitsmaterialien, Arbeitsschutz) als Ausbildungs-voraussetzung vermittelt und geübt. Die Arbeitslehrebereiche orientieren sich inhaltlich an den örtlichen Gegebenheiten (Umfeld der Schülerinnen/Schüler). Dazu gehören in erster Linie die Angebote der Werkstätten für Menschen mit Behinderung und der Integrationsunternehmen. Im Rahmen der unterstützen Beschäftigung werden auch regionale Gegebenheiten von Dienstleistungsunternehmen, Industrie und Handwerk berücksichtig. Derzeit gibt es an der Hansaschule folgende Arbeitslehrbereiche:

3.1.1 Hauswirtschaft: Kochen und Textilpflege (Umfang: 2x4 Unterrichtsstunden pro Wo-che). Der Hauswirtschaftsunterricht zielt auf Vertiefung bereits angebahnter Grundfertigkei-ten. Hier werden nun spezielle Kriterien in den Vordergrund gestellt, die nicht nur in Bezug auf die Arbeit im Schülercafe relevant sind: Gleichmäßiges Schneiden in vorgegebenen Grö-ßen (Halbieren, Vierteln, Würfeln in Schiffchen schneiden usw.), sauberes Schälen und Scha-ben (z.B. gleichmäßig „Augen“ entfernen) sorgfältiges Arbeiten unter Berücksichtigung hygi-enischer Aspekte, sowie der Einkauf unter wirtschaftlichen Bedingungen und Lagerhaltung. Eine durchgängige Förderung und Festigung der Eigenständigkeit im hauswirtschaftlichen Rahmen erfolgt durch wiederholtes Fertigen verschiedener Speisen einer überschaubaren Pro-duktpalette. Im Bereich der Textilpflege wird im Hinblick auf zukünftiges, eigenständiges Wohnen, das Sortieren der Wäsche unter Berücksichtigung der Pflegesymbole, der sachge-rechte Umgang mit der Waschmaschine und dem Trockner geübt, sowie das fachgerechte Bügeln mit dem Dampfbügeleisen und dem Bügelbrett.
3.1.2 Holzwerkstatt
Holzwerkstatt (Umfang 2x 4 Unterrichtsstunden pro Woche) Holz wird mit verschiedenen Sägen (Feinsäge, Dekupiersäge, Gehrungssäge) zurechtgeschnitten, anschließend mit Schleif-papier geglättet und dann auf verschiedene Arten verbunden (Leim, Nägel, Schrauben, Dübel) Das montierte Produkt wird zum Anschluss mit verschiedenen Mitteln behandelt (Öl, Lack, Wachs). Es werden Dinge wie Holzspiele, Deko-Gegenstände oder Kleinmöbel hergestellt. Die Spiele und Deko-Gegenstände werden im Rahmen außerschulischer Veranstaltungen ver-kauft.
3.1.3 Garten- und Landschaftsbau und Tierpflege
Gartenbau in der schuleigenen Kleingartenparzelle Bulmker Erlenkamp (Umfang 1x 4 Unter-richtsstunden pro Woche) die Schülerinnen/Schüler erlernen den richtigen Umgang und die Pflege der Gartengeräte sowie Grundfertigkeiten der Gartenarbeit (Hacken, Graben, Auflo-ckern der Erde, Mulchen, Pflanzen, Säen, Gießen, Beschneiden von Sträuchern, Mähen, Un-kraut erkennen und jäten sowie das Ernten von Obst und Gemüse). Des Weiteren gehören die Pflege des Gartenhauses sowie die Verarbeitung und der Verkauf von Gartenprodukten zu den Aufgaben dieses Arbeitsbereiches.
Tierpflege findet in Kooperation mit dem Hof Holz (1x4 Unterrichtsstunden pro Woche) statt. Die Schülerinnen/Schüler arbeiten unter fachkundlicher Führung (Tierpfleger) in verschieden Arbeitsbereichen. Dazu gehören das Reinigen der Tiergehege, die Zubereitung des Futters, das Versorgen der Tiere mit Futter und richtiges Verhalten im Umgang mit Haus und Nutz-tieren.

3.1.5 Schülerfirma „Cafe`- Hansa“

In den Pausen werden heiße und kalte Getränke und jeden Freitag (9.45 – 10.45Uhr) zusätz-lich belegte Brötchen, Puten- und Lachsburger, Toasties, Waffeln und Süßigkeiten in der Schule angeboten.
Fachliche Lerninhalte der Schülerfirma sind:
Komplettierung und Ausformung küchenspezifischer Fertigkeiten, Präsentation und Dekora-tion, Organisation servicebezogener Abläufe und Arbeitsdisziplin, Bedarfsermittlung, Ein-kauf, Lagerhaltung, Inventur, Sicherheits- und Gesundheitsaspekte, Hygiene ( Hygienebeleh-rung in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt) Beachtung des Mindesthaltbarkeitsda-tums, Handhabung des Kaffeevollautomaten und der Registrierkasse, Kassenabrechnung und Gewinnermittlung, Kostenrechnung, einfache Buchhaltung und sicheres Auftreten in der Öf-fentlichkeit, Schaffen einer kundenfreundlichen Atmosphäre durch künstlerische Dekoration. Der Erwerb eines Kassenführerscheins ist möglich.
Außerdem beteiligt sich das Schülercafe an einer begrenzten Zahl von Cateringveranstaltun-gen außerhalb der Schule, z.B. auf Weihnachtsmärkten oder Sommerfesten schulischer Koo-perationspartner. Beispiele für Auftritte in der Öffentlichkeit:
- Schülerfirmenmesse in Herne (Frühjahr 2010).
- Pressekonferenz der Phytokids-Stiftung mit dem ehemaligen Schalke Trainer (Frühjahr 2011).
- Messe „Stärken vor Ort“, Wissenschaftspark dabei (Winter 2011.
- Internationalen Protesttages für Menschen mit Behinderung auf dem Hof Holz (Mai 2012).
Cateringveranstaltungen bieten den Schülerinnen/Schülern die Möglichkeit zu Erwerb und Training berufsbezogener Fähigkeiten im möglichst realitätsnahen Arbeitsumfeld sowie Dar-stellung der eigenen Kompetenzen in der Öffentlichkeit im Sinne von Teilhabe, Gleichstellung und Selbstbestimmung. In der Schülerfirma Cafe` Hansa arbeiten alle Schülerinnen/Schüler an einem Tag in der Woche und in den Pausen.

3.1.6 Werkstattarbeit
Zur direkten Vorbereitung auf die Arbeit innerhalb der Werkstatt für behinderte Menschen werden Tätigkeiten mit Materialien, die uns die Werkstätten zur Verfügung stellen, geübt.

Alle Schülerinnen/Schüler der Berufspraxisstufe durchlaufen mindestens einmal für ca. 12 Wochen die ersten vier Bereiche und können somit viele unterschiedliche Erfahrungen sam-meln. Nach Beendigung der 12 wöchigen Arbeitsphase in einem dieser Bereich erhalten die Schülerinnen/Schüler in Einzelgesprächen eine schriftliche Rückmeldung über ihre fachliche Arbeitsleistung und ihren Schlüsselqualifikationen. Gemeinsam wird dann festgelegt, welche Kompetenzen sie weiterentwickeln wollen und welche Schwächen noch ausgeglichen werden sollen. Die Ergebnisse werden in der Berufswegeplanbox (siehe Punkt 2.2) der Schülerin-nen/Schüler dokumentiert.
In allen Unterrichtsbereichen kommt unterstützte Kommunikation (mit nicht elektronischen und elektronischen Kommunikationshilfen) als Hilfe für nichtsprechende Schülerinnen/Schüler zum Einsatz.

3.2 Berufsvorbereitende Projekte
Berufsvorbereitende Projekte begleiten die Schülerinnen/Schüler und geben ihnen Unterstüt-zung und Orientierung auf dem Weg ihrer Berufsplanung.
3.2.1 Das Projekt beo – berufliche Erfahrung und Orientierung - wurde von der Hamburger Arbeitsassistenz zur Berufsvorbereitung von Schülerinnen/Schülern mit Lernschwierigkeiten entwickelt. Folgende Elemente daraus adaptiert die Berufspraxisstufe der Hansaschule:
- Eine extern durchgeführte Potentialanalyse.
- Erkennen und entwickeln eigener Interessen, Stärken, Fähigkeiten, Wünsche und Träume (Selbsteinschätzung) hinsichtlich der weiteren Berufs- und Lebensplanung.
- Kennenlernen von Tätigkeiten und Berufe, Besuch der DASA in Dortmund, Betriebs-erkundungen.
- Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche durch Rollenspiele.
- Einüben von Umgangsformen im beruflichen Kontext.
- Erarbeitung illustrierte Informationsbücher über die einzelnen Arbeitsplätze in den Werkstätten für behinderte Menschen, mit denen die Schülerinnen/Schüler selbststän-dig arbeiten können.
- Erarbeitung von Regeln im Praktikum
- Führen der Praktikumsmappe und anschließende Dokumentation der Praktikumser-fahrungen.
- Praktikumsbörse „Beruf in Praxis“ : Präsentieren der Praktikumsergebnisse und Be-richten über Praktikumserfahrungen. Zu dieser Veranstaltung werden die Schülerin-nen/Schüler der Oberstufen, die Eltern der Praktikantinnen/Praktikanten, Vertreter der Agentur für Arbeit und der Integrationsfachdienst sowie auch ehemalige Schülerin-nen/Schüler eingeladen (Peer Counseling). Es ist geplant, in diesem Schuljahr auch erstmals Schülerinnen/Schüler anderer Schulen und unsere Kooperationspartner einzu-laden.
-
3.2.2 Die „Persönliche Zukunftsplanung“ nach Stefan Doose.
Die persönliche Zukunftsplanung liefert ein Strukturmodell der individuellen Hilfeplanung zu den Themen Arbeit, Bildung, Wohnen und Freizeit für die Schülerinnen/Schüler und ihr soziales Umfeld. Zu den Kernpunkten der persönlichen Zukunftsplanung gehören unter an-derem, die Berücksichtigung der Individualität, das Anknüpfen an Stärken und Schwächen -wobei der Schwerpunkt eher auf Stärken und Möglichkeiten statt auf Begrenzungen und De-fiziten liegt - das Bestärken der Schülerinnen/Schüler selbst zu entscheiden, die Erkundung neuer Möglichkeiten, die Einbeziehung von persönlichen Beziehungen als Unterstützungs-quelle (Freunde, Familie), die möglichst selbstständige Steuerung des Berufs-und Lebenspla-nungsprozesses, aber auch das Getragen und Gestützt werden durch Unterstützer (z. B. Er-ziehungsberechtigte, Freunde, Lehrerinnen/Lehrer), das Tolerieren von Ungewissheit, Rück-schlägen, Meinungsverschiedenheiten sowie Um- und Neuorientierung. Im Einzelnen geht es um folgende Fragen: Was ist mir wichtig, was mögen andere an mir, wie kann man mich un-terstützen (Erstellen eines persönlichen Glücksrades), wichtige Menschen in meinem Leben (Erstellen einer Netzwerkkarte), wichtige Orte in meinem persönlichem Umfeld (meine Landkarte), meine Träume, meine Ziele im Bereich Arbeiten, Wohnen und Freizeit. Diese erarbeiteten Ergebnisse bilden neben der Potentialanalyse die Grundlage für die berufliche und persönliche Zukunftsplanung am runden Tisch des Elterntags.

3.2.3 Star – Schule trifft Arbeitswelt
Das Projekt Star – Schule trifft Arbeitswelt, eine Initiative der Landschaftsverbände unter-stützt die berufsvorbereiteten Maßnahmen durch eine Potentialanalyse, die Durchführung von Gruppentrainings sozialer Kompetenzen, ein Berufsorientierungscamp sowie Berufserkun-dungen und Schnupperpraktika.

3.2.4 Kultur trifft Schule
In diesem künstlerisch angelegten Teil soll den Schülerinnen/Schülern die Option eröffnet werden, sich mit dem Thema Berufsvorbereitung kreativ auseinanderzusetzen, zu reflektieren und zu vertiefen. Am Ende des Schuljahres sollen die Arbeiten der Schülerinnen/Schüler in einer öffentlichen Ausstellung unter dem Titel „Ein Kunstprojekt zur Berufsvorbereitung, nicht nur für Förderschüler“ der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

3.2.5 Orientierungstage in St. Altfrid
Ein weiterer Baustein der Berufsvorbereitung sind die Tage der Orientierung in St. Altfrid mit dem Ziel, die Persönlichkeit der Schülerinnen/Schüler zu stärken. An diesen Tagen wird den Schülerinnen/Schüler die Möglichkeit geboten, eigene Lebensziele zu entwickeln, Grundre-geln des sozialen Miteinanders einzuüben und das Zusammenleben mit anderen Menschen als Bereicherung zu erfahren. Der stark ausgeprägte erlebnisorientierte Ansatz dieser Maßnahme befähigt die Schülerinnen/Schüler, einen ganz anderen Zugang zu berufsbezogenen Themen zu finden. Externe Fachkräfte planen gemeinsam mit Lehrerinnen/Lehrern sowie Schülerin-nen/Schülern den Aufenthalt unter Einbeziehung der Interessen der Schülerinnen/Schüler Die Ergebnisse der Orientierungstage werden ebenfalls in der Berufswegeplanbox dokumentiert.


4. Zukunftsorientierte Lernvorhaben
Andere Projekte widmen sich der zukünftigen Lebenswelt der Schülerinnen/Schüler. Einen besonders hohen Förderbedarf haben diese hinsichtlich ihrer Lebensplanung, da ihnen in vie-len Bereiche des Lebens die Erfahrungen fehlen, muss die Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung besonders unterstützt werden und komplexere Zusammenhänge entflochten und reduziert werden. Hier finden sich:
- Themenbezogene Exkurse in den Bereichen Mathematik und Lesen und Schreiben (Geld, Zeit Fahrpläne),
- Projekt „leichte Sprache“ Umgang mit dem Wörterbuch für leichte Sprache,
- Projekt Rechtskunde, Grundgesetzt, einfache Rechte als Verbraucher, Besuch des Amts- und Landesgerichtes und der Justizvollzugsanstalt,
- „Projekt 18 +“, meine Rechte und Pflichten wenn ich 18 werde,
- Haushalt: Erwerb eines Haushaltsführerscheins,
- Projekt Wohnformen: stationäres und ambulantes Wohnen, Wohntraining,
- Mobilitätstraining,
- Sexualität, Gesundheitsvorsorge, Körperhygiene, Drogenprävention (mit externen Partnern z.B. ev. Beratungsstelle, Mädchenzentrum, Gesundheitsamt, Drogenbera-tungsstelle),
- Projekt Außerschulische, weiterführende Institutionen und Beratungsstellen: Integra-tionsfachdienst, Agentur für Arbeit (BiZ), Bürgerbüro, Verbraucherzentrale, Polizei usw.,
- Seminar zur Drogenprävention in Zusammenarbeit mit der Drogenberatungsstelle,
- Seminar zur Sexualerziehung in Zusammenarbeit mit der ev. Beratungsstelle,
- Mädchenzentrum: wöchentliche Einzelberatungsgespräche und Mädchengruppe,
- Projekt Spielplatzpatenschaft: Die Hansaschule ist Spielplatzpate für einen benach-barten Spielplatz. Die Schülerinnen/Schüler der Berufspraxisstufe sehen regelmäßig nach dem Zustand der Spielgeräte und des Sandes und melden über die Lehrerin-nen/Lehrer die aufgefallenen Probleme der Stadtverwaltung. Es findet ein regelmäßi-ger Austausch mit den Paten, Vertretern der Stadt Gelsenkirchen und den Gelsendiensten statt.
- Projekte mit der Ehrenamtsagentur im Kleingarten z.B. Bau eines Insektenhotels, eines ökologischen Zauns, Erstellen eines Barfußparcours aus Naturmaterialien, Bau eines Wurmkomposters usw.
- Projekt Bulmker Forum und Hüller Forum
Hier treffen sich interessierte Bürger, Vertreter von Parteien und Institutionen, Kir-chen, Kindergärten, Schulen, Träger der Wohlfahrtspflege, Dienstleister und der Poli-zei, um den Stadtteil attraktiver zu machen. Einzelnen Veranstaltungen dieser Foren geben unseren Schülerinnen/Schülern Raum, sich und ihre Schule im Stadtteil zu prä-sentieren.

5. Praktika
Mit den Praktika als zentraler Bestandteil beruflicher Orientierung soll das Arbeiten an Ar-beitsplätzen außerhalb von Schule ermöglicht werden zur Stärkung der Berufswahlkompetenz und Berufsreife. Die Schülerinnen/Schüler erhalten Einblicke in verschiedene Arbeitsbereiche und Arbeitsprozesse und lernen betriebliche und soziale Umgangsformen kennen und können sie einüben. Des Weiteren haben sie die Möglichkeit ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten in Re-alsituationen auszuprobieren.
Praktika finden innerhalb der Werkstatt für behinderte Menschen, in Integrationsunternehmen sowie in Dienstleistungsunternehmen, Industrie und Handwerk statt. All Praktika werden individuell vorbereitet und bedürfen eines intensiven Kontaktes und Austausches mit den Kooperationspartnern.






5.1 Folgende Praktika werden angeboten:

5.1 Folgende Praktika werden angeboten:

Betriebserkundungen

 

Schnupperpraktiker

Tagespraktiker

Blockpraktiker

Praktikum in den

Ferien

Cateringveranstaltungen der Schülerfirma Cafe Hansa:

Die ganze Klasse oder Teilgruppen erkunden einzelne Arbeitsbereiche  und konkrete Anlerntätigkeiten eines  Unternehmens. Die Schülerinnen/Schüler wählen  im Rahmen der berufsvorbereitenden Maßnahmen und auf der Basis der jeweiligen persönlichen Interessen und Wünsche  die Betriebe aus, die besucht werden sollen, und erlernen  den Umgang mit vorbereiteten, klar strukturierten und illustrierten Betriebserkundungsbögen.

 

Die Schülerinnen/Schüler werden zu den Schnuppertagen  entweder vom Integrationsfachdienst oder von der Berufswahlkoordinatorin begleitet, soweit dies erforderlich ist und arbeiten dann einen Tag lang selbstständig und eigenverantwortlich in dem Unternehmen oder in der Werkstatt für behinderte Menschen.

 

Die Schülerinnen/Schüler arbeiten ein Jahr lang an einem Tag in der Woche in der Werkstatt für behinderte Menschen oder einem anderen Unternehmen. 

 

Die Schülerinnen/Schüler arbeiten über einen Zeitraum von  2-4 Wochen in der Werkstatt für behinderte Menschen oder einem anderen Unternehmen.

 

Die Schülerinnen/Schüler arbeiten über einen Zeitraum von  2-4 Wochen in der Werkstatt für behinderte Menschen oder einem anderen Unternehmen.

 

Die Schülerinnen arbeiten an einem Tag während einer Cateringveranstaltung (4-5 Veranstaltungen im Jahr) im Schülercafe außerhalb der Schule.

 


5.2 Vorbereitung, Begleitung und Auswertung der Praktika
Die Praktika werden im Rahmen der berufsvorbereitenden Maßnahmen individuell nach den Wünschen und Bedürfnissen der Schülerinnen/Schüler ausgesucht und mit ihnen zusammen vorbereitet. Bei der Akquisition von Praktikumsplätzen werden die Schülerinnen/Schüler in der Regel von der Berufswahlkoordinatorin, dem Integrationsfachdienst und den Lehrern unterstützt, indem sie je nach Wünschen und Interessen der Schülerinnen/Schüler Praktikumsunternehmen, die in Frage kommen, kontaktieren und die Schülerinnen/Schüler zu den Praktikumsunternehmen begleiten. In Ausnahmefällen übernehmen das in Rücksprache mit der Schule Erziehungsberechtigte. Bei Praktika außerhalb der Werkstatt für behinderte Menschen wird zwischen dem Praktikumsunternehmen, dem Praktikanten bzw. Erziehungsberechtigten und der Schule ein schriftlicher Praktikumsvertrag abgeschlossen, der die Rechte und Pflichten der einzelnen Praktikumsvertreter regelt. Durchgeführt und begleitet werden die Praktikanten von der Berufswahlkoordinatorin, dem Integrationsfachdienst und Lehrern. Der Umfang der Praktikumsbesuche richtet sich nach Art des Praktikums, dem Entwicklungsstand und der damit verbundenen erforderlichen Unterstützung der Schülerinnen/Schüler und den Absprachen mit den Praktikumsunternehmen. In der Regel werden Blockpraktikanten zwei Mal in der Woche besucht. Nach Beendigung des Praktikums findet im Praktikumsunternehmen ein Reflexionsgespräch mit dem Praktikanten, Erziehungsberechtigten, dem zuständigen Mitarbeiter des Praktikumsunternehmen und der Berufswahlkoordinatorin statt. Bei einem Praktikum außerhalb der Werkstatt für behinderte Menschen nimmt auch der Integrati-onsfachdienst an dem Gespräch teil. Während dieses Gesprächs wird ein detaillierter Refle-xionsbogen (für schwächere Schüler ist dieser Bogen illustriert) ausgefüllt. Der Reflexions-bogen gibt Auskunft über die Art der Tätigkeiten, die fachliche Arbeitsleistung und die Schlüsselqualifikationen, über die Schülerin/der Schüler verfügt. Der Reflexionsplan wird in der Berufswegeplanbox und im Berufswegeplan dokumentiert. Der Berufswegeplan der Schülerinnen/Schüler wird mit Einverständnis der Erziehungsberichtigten und der Schülerin-nen/Schüler an die Werkstätten für behinderte Menschen als Informationsgrundlage weiterge-ben. Schülerinnen/Schüler, die nicht in einer Werkstatt für behinderte Menschen tätig seien werden, bekommen ihre Berufswegepläne am Ende des Schuljahres zusammen mit dem Zeugnis ausgehändigt.
Reflektiert und ausgewertet werden die Betriebserkundungen und Schnuppertage gemeinsam mit den Schülerinnen/Schülern mit Hilfe der vorbereiteten, klar strukturierten und illustrierten Betriebserkundungsbögen, die anschließend in der Berufswegeplanbox dokumentiert werden.

6. Kooperation mit Erziehungsberechtigten
In der Berufspraxisstufe finden drei Elterntage im Jahr statt, an denen die Erziehungsberech-tigten in der Regel die Möglichkeit haben, nicht nur mit den Lehrinnen/Lehrern, sondern auch mit der Reha Beraterin der Agentur für Arbeit und der Vertreterin des Integrationsfach-dienstes zu sprechen und Wünsche und Anregungen hinsichtlich der Berufsvorbereitung ihrer Kinder zu äußern. Das Gespräch kann in Form eines runden Tisches mit Erziehungsberech-tigten, Schülerinnen/Schülern und weiteren Begleitern geführt werden. Nachdem die Ergebnisse der Potentialanalyse erläutert worden sind, können nach intensiver Beratung die Wei-chen für das weitere Vorgehen hinsichtlich beruflicher und persönlicher Zukunftsplanung gestellt werden. Die Ergebnisse werden im Berufswegeplan dokumentiert. An einem Eltern-tag stehen auch noch zusätzlich die Vertreter der Werkstatt für behinderte Menschen für In-formationsgespräche zur Verfügung. Desweiteren haben die Erziehungsberechtigten die Mög-lichkeit, sich an Informationsabenden über die Arbeit in den Werkstätten für behinderte Men-schen zu informieren. Im Anschluss an die nach einem Praktikum stattfindenden Reflexions-gespräche haben die Erziehungsberechtigten ebenfalls die Möglichkeit Wünsche und Anre-gungen hinsichtlich der Berufsvorbereitung ihrer Kinder gengenüber den Lehrerinnen/Lehrern zu äußern. Zusätzlich werden die Erziehungsberechtigten auch gebeten, Informationen über besondere Bedingungen, Wünsche, Interessen und notwendige Hilfen ihrer Kinder, bezüglich des Berufswegeplans zu geben. Die RAA unterstützt die Elterntage an der Schule durch die Vermittlung von Dolmetschern. Die Erziehungsberechtigten haben natürlich jederzeit nach Terminabsprache die Möglichkeit des Beratungsgesprächs.